Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 23 - 19.12.2014

Mehr Geld für Berufsschulen – Bessere Rahmenbedingungen fürs duale System

Auf europäische Ebene wird das duale System der Berufsbildung in Deutschland von der Politik als nachahmungswürdig gelobt. Doch wie stellt sich die Realität an den hiesigen Berufsschulen dar?

Wiederholt stellte die DGB-Jugend Bremen in Gesprächen mit Azubis und Lehrkräften im Rahmen ihrer Berufsschultour fest, dass die Zufriedenheit mit der Qualität der Berufsschulen sinkt. Das zeigt auch der diesjährige Ausbildungsreport Niedersachsen-Bremen der DGB-Jugend. Diesem zufolge bewertet nur einer von zwei Azubis die fachliche Qualität des Unterrichts als „gut“ oder „sehr gut“ die anderen vergeben eher schlechte Noten - und das seit Jahren. „Ein hartes Urteil, das uns aber nicht überrascht“ sagt Nissar Gardi, DGB Jugendbildungsreferentin. „Seit Jahren vernachlässigt das Land Bremen die Nachwuchsförderung. An allen Ecken und Enden mangelt es an entsprechenden Rahmenbedingungen für guten Unterricht“ so Gardi weiter. Ein jahrelanger Investitionsstau hat zu gravierenden Verschlechterungen der Bedingungen an Berufsschulen geführt. Der Zustand der Gebäude und die Ausstattungen, teilweise mit Mobiliar aus den 1970er Jahren, werden einer zukunftsorientierten (Aus-)Bildung nicht gerecht.

Der fortdauernde Verfall der Gebäude, Geländer und Ausstattungen lässt nicht nur die Azubis sich fragen, wie viel die gute Ausbildung unserer zukünftigen Fachkräfte und der Standortfaktor Qualität der Bildungsversorgung dem Land Bremen wert sind.

Die Berufsschullehrer_innen möchten ohne Zweifel gute Arbeit machen und ihre Schüler_innen gut ausbilden. Dafür brauchen sie jedoch Räume, die individuelle Lernprozesse, aktive Lern- und Lehrformen und nicht zuletzt Inklusion ermöglichen. Die Berufsschulen brauchen moderne, also technisch sehr gute und energetisch ökologisch sowie wirtschaftlich nachhaltige Ausstattungen. Hierfür werden entsprechende Finanzierungen benötigt. Das Land Bremen ist weiterhin gefragt, in die Berufsschulen und in die grundständige Ausbildung der Berufsschullehrenden entsprechend zu investieren.

Für weitere Fragen steht Ihnen Nissar Gardi zur Verfügung: 0170 / 6342495


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