Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 1 - 05.01.2017

Erwerbstätige im Hartz-IV-Bezug: Trotz Arbeit sind in Bremen (Stadt) knapp 15.000 Menschen auf Hartz IV angewiesen

In Bremen (Stadt) sind derzeit 14.845 Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen. Eine große Zahl der Aufstockenden arbeitet in geringfügiger Beschäftigung. So haben ca. 5.500 Aufstockende nur einen Minijob.

Annette Düring, DGB-Vorsitzende: „Es ist untragbar, dass so viele Menschen in unserer Stadt trotz guter Konjunktur von ihrer Arbeit nicht leben können. Ein besonderes Problem sind die Minijobs. Der Minijob ist keine Brücke in reguläre Beschäftigung, sondern ein Armutsrisiko.“

Besonders für Frauen nach der Familienphase, die den Wiedereinstieg in sozialversicherte Arbeit suchen, werden Minijobs zur Sackgasse. Sie bieten keine Perspektive auf Qualifizierung und Aufstieg im Beruf. Hinzu kommt, dass keine oder nur eingeschränkte Ansprüche für die gesetzliche Sozialversicherung erworben werden und dies oft über viele Jahre. Vielmehr klebt das Etikett „Minijob gleich Aushilfe“ an den geringfügig Beschäftigten.

„Es ist deshalb dringend notwendig, dass das Jobcenter sich mehr für die Beschäftigten im Leistungsbezug engagiert“, fordert Düring. Dazu sind mehr Angebote der aktiven Arbeitsmarktpolitik nötig, insbesondere Angebote einer beruflichen Qualifizierung müssen weiter voran gebracht werden. „Wissenschaftliche Studien bestätigen regelmäßig, dass viele Menschen in Minijobs gerne mehr arbeiten würden.“ Die DGB-Vorsitzende stellt dementsprechend klar: „Unser Ziel ist, dass mehr Minijobs in sozialversicherte Arbeit umgewandelt werden. Der DGB hat dazu einige Vorschläge gemacht!“

Aber auch Land und Kommune sieht Düring in der Verantwortung: „Weit über die Hälfte der geringfügig Beschäftigten, die aufstocken müssen, sind Frauen. Viele von ihnen leisten Familien- und Pflegearbeit, so dass sie nur eine begrenzte Anzahl von Stunden arbeiten können. Deshalb müssen wir die Infrastruktur so ausbauen, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu bewältigen ist.“

Kontakt: Dr. Tim Voss, 0170 7863098

 


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