Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 7 - 07.10.2014

Tag der menschenwürdigen Arbeit OHZ

DGB kritisiert die negativen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Osterholz

Am 7. Oktober, am Welttag für menschenwürdige Arbeit, machen der DGB und die im DGB zusammengeschlossenen Gewerkschaften auf schlechte Arbeitsbedingungen in Deutschland aufmerksam und fordern menschenwürdige und existenzsichernde Arbeit. Zu diesem Anlass hat der DGB Bremen-Elbe-Weser die Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse in der Region Osterholz näher unter die Lupe genommen.

Trend zur Teilzeitarbeit in Osterholz

Die Beschäftigung steigt, allerdings gibt es seit Jahren eine Verlagerung von Vollzeitarbeit zur Teilzeitarbeit. In Osterholz befindet sich bereits jeder vierte Beschäftigte in Teilzeitarbeit. Die Anzahl der Minijobs steigt ebenfalls. Diese Entwicklung betrifft insbesondere Frauen.

Nach Untersuchungen des IAB wünschte sich aber jede zweite Frau in Teilzeitbeschäftigung, ihre Arbeitszeit zu verlängern. Bei den Arbeitnehmerinnen im Minijob ist dieser Anteil noch höher.

Speziell im Dienstleistungsgewerbe gibt es Hinweise auf die Verdrängung von sozialversicherungspflichtiger Vollzeitarbeit in atypische Beschäftigungen. Über 80% aller geringfügigen Beschäftigten sind in den dienstleistenden Branchen wie im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen zu finden.

DGB Kreisvorsitzender in Osterholz Lutz Bock kritisiert diese Entwicklung: ,,Wir müssen die Menschen wieder in vernünftige Arbeitsverhältnisse bringen, ansonsten geraten diese in Altersarmut.‘‘

Jede/r Fünfte im Kreis Osterholz arbeitet ausschließlich in einem Minijob.

Das geht aus Statistiken der Agentur für Arbeit hervor. Demnach befinden sich in etwa 20,4% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausschließlich in geringfügiger Beschäftigung. Das sind schlechte Aussichten für die Alterssicherung, da Minijobber oft für Niedriglöhne arbeiten und nicht in die Rentenkasse einzahlen.

Doch auch viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben durch ihre Renteneinzahlungen keine auskömmliche Rente und müssen aufstocken.

2012 befanden sich nach Statistiken der Bundesagentur für Arbeit 31,5% aller Voll- und Teilzeitbeschäftigen in Osterholz im unteren Entgeltbereich, verdienten also unter 1926€ Brutto im Monat. Selbst wer mit diesem Einkommen 40 Jahre gearbeitet und Rentenbeiträge gezahlt hat, ist in der Rente von Sozialhilfebedürftigkeit bedroht.

Kreisvorsitzender Bock fordert einen Wandel: ,,Es ist nicht akzeptabel, dass die Gesellschaft die Einsparungen der Unternehmer auffangen muss. Wir fordern feste und zukunftssichere Arbeitsplätze und eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro. Zudem brauchen wir ein verbindliches Rückkehrrecht in sozial abgesicherte Vollzeitarbeit, damit die Beschäftigten wieder vernünftig von ihrer Arbeit leben können und nicht langfristig in atypischen Beschäftigungsformen verweilen´´.


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