Deutscher Gewerkschaftsbund

22.01.2015
DGB Bremerhaven zur Schuldebatte

Wir fordern eine konsequente Umsetzung der Inklusion, keinen halbherzigen Rückzug

Der DGB Bremerhaven sieht die Novellierung des Schulgesetzes von 2009 weiterhin als richtigen Schritt an, die Bildungs- und Lebenschancen der (jungen) Menschen in der Seestadt zu verbessern.

Die aktuelle Umsetzung zeigt, dass ein kritischer, aber konstruktiver Blick auf die Entwicklung nötig ist.

Es ist anzuerkennen, dass

  • SchülerInnen einen Anspruch auf ein umfangreiches Lernangebot haben, deshalb sind kleine Klassen erforderlich;
  • Migration selbstverständlich ein Bestandteil der Inklusion ist, deshalb sind die einwandernden Menschen in Schule und Gesellschaft direkt zu integrieren und durch Fachkräfte auf ihr Leben in Bremerhaven vorzubereiten;
  • Lehrkräfte und Schulleitungen Entwicklungsarbeit leisten, deshalb ist die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte zu reduzieren und die „Leitungszeit“ zu erhöhen;
  • die Einführung dieses neuen Schulsystems neuer Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf, deshalb muss die Fortbildung der Beteiligten ausgebaut und als Arbeitszeit angerechnet werden;
  • sich die Schulen der Stadt in einem Entwicklungsprozess befinden, deshalb muss dieser Entwicklungsstand evaluiert werden;
  • die so genannten „Unterstützungssysteme“ einen entscheidenden Gelingensfaktor der Reform darstellen, deshalb muss deren Funktionsfähigkeit verbessert werden;
  • das gegliederte Schulsystem nicht den gewünschten Erfolg nachgewiesen hat, deshalb darf es kein Zurück zu Förderzentren geben.

Das Grundproblem der derzeitigen Auseinandersetzung besteht in der Vermischung des Gebotes nach Inklusion und der mangelhaften Ausstattung der Schulen. Diese wird in der politischen Debatte dazu genutzt, gemeinsames Lernen in Frage zu stellen. Tatsächlich sollen Positionen gefestigt werden, die eine Wiederkehr des mehrgliedrigen Schulsystems einfordern und nie ein echtes Interesse an der Inklusion hatten.

Entscheidend ist:

Die Umsetzungsbedingungen der Inklusion sind zu verbessern. Sie muss eine echte Chance bekommen.


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