Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01 - 08.01.2015

HB „Arbeiten Sie nicht länger für `nen Appel und `n Ei!“ Pendleraktion zum gesetzlichen Mindestlohn am 12. Januar 2015

05.01.2015

Am 12. Januar 2015 findet bundesweit eine Pendleraktion des Deutschen Gewerkschaftsbunds zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns statt. Im Rahmen der Aktion werden am Hauptbahnhof in Bremen in der Zeit von 7.00 bis 8.30 Uhr Informationen zum Mindestlohn unter dem Motto „Arbeiten Sie nicht länger für `nen Appel und `n Ei!“ verteilt.

DGB: Sieben Prozent der BremerInnen werden vom Mindestlohn profitieren

Es waren die Gewerkschaften, die seit rund zehn Jahren für den Mindestlohn gekämpft und ihn letztendlich durchgesetzt haben. Seit 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut DGB-Berechnungen müssen zurzeit in der Stadt Bremen etwa 12.000 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat*). Das heißt: Sieben Prozent der 170.000 Vollzeitbeschäftigten in der Stadt Bremen werden von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren. Der DGB geht davon aus, dass bei den sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten und insbesondere bei den Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren werden, sogar noch deutlich höher liegt.

Vor allem Frauen werden vom Mindestlohn profitieren, da sie bundesweit deutlich häufiger im Niedriglohnbereich arbeiten als Männer. Dieser Trend zeigt sich auch in der Stadt Bremen. Während dort 5,1 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer brutto weniger als 1.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 11,6 Prozent.

Die DGB-Vorsitzende Annette Düring ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen wird. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagt Düring. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, so die DGB-Vertreterin. Die Gesetzesgrundlage allein löst die Probleme nicht. Wem der Mindestlohn vorenthalten wird, sollte selbst aktiv werden und sich vertraulich an die Mindestlohn-Hotline des DGB werden. Sie ersetzt aber keine Rechtsberatung. Gewerkschaftsmitglieder erhalten rechtlichen Rat von ihrer zuständigen Gewerkschaft. Bestmöglichen Schutz vor Niedriglöhnen bieten weiterhin Tarfiverträge. Sich gewerkschaftlich zu engagieren und zu organisieren zahlt sich aus.

Die Mindestlohn-Hotline des DGB ist bis zum 31.03.2015 erreichbar unter: 0391/4088003

Mehr Informationen zum Mindestlohn sind verfügbar unter: www.mindestlohn.de

 

Bruttoarbeitsentgelt im Monat in der Stadt Bremen

Männer

absolut

in Prozent

Frauen

absolut

in Prozent

insgesamt

absolut

in Prozent

bis 1.400 €

4.548

3,9

4.698

9,0

9.246

5,4

1.401-1.500 €

1.358

1,2

1.340

2,6

2.698

1,6

über 1.500 €

111.140

94,3

45.618

87,4

156.758

92,2

insgesamt

117.854

100

52.216

100

170.070

100

Quelle: Berechnungen des DGB

 

* Grundlage der DGB-Berechnungen: Rein rechnerisch müssten alle Vollzeitbeschäftigten, die bisher bei einer 39-Stunden-Woche und im Schnitt 4,35 Arbeitswochen weniger als 1.442 Euro brutto im Monat erhalten haben, bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro mehr verdienen. Bei den Arbeitgebermeldungen zur Sozialversicherung werden aber auch einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Überstundenzuschläge, Gefahrenzulagen etc. anteilig berücksichtigt. Da auch Beschäftigte im Niedriglohnbereich teils in den Genuss der genannten Zuschläge wie bei Überstunden kommen und zum Teil auch länger arbeiten, gehen die DGB-Berechnungen von einer Verdienstgrenze von 1.500 Euro brutto im Monat aus.


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