Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 29.04.2015

61. Mahl der Arbeit: „Einwanderungsgesellschaft – Chancen und Konflikte. Ein realistischer Blickwinkel.“

Rund 200 Gäste aus Politik, Institutionen und gewerkschaftlichen Interessenvertretungen begrüßte die DGB-Vorsitzende Annette Düring zum 61. traditionellen Mahl der Arbeit im Bremer Rathaus.

In ihrer Begrüßungsrede benannte die Vorsitzende die gewerkschaftsseitigen Erwartungen an die Politik im Hinblick auf die Wahlen am 10. Mai 2015. „Gute Arbeit muss selbstverständlich werden“, so Düring. Der Arbeitsmarkt ist stark gespalten, insbesondere im Dienstleistungsbereich mit hohen Anteilen an prekärer Beschäftigung, Befristungen (auch im öffentlichen Dienst) Tarifflucht und Lohndumping z.B. im Einzelhandel. „Hier bedarf es eines gemeinsamen Handelns zu Themen, wie Qualifikation, Wirtschaftsförderung und regionaler Arbeitsmarktpolitik“, forderte die DGB-Vorsitzende. Viele prekäre Arbeitsverhältnisse gibt es auch in den Bereichen Pflege und Erziehung. Hier liegt der Anteil befristeter Neueinstellungen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Entsprechend bedarf es aus Sicht der DGB-Vorsitzenden „einer Aufwertung der Berufe“. „Bremen hat Einfluss auf die Arbeitsverhältnisse in Pflege und Erziehung und sollte diesen auch nutzen“, so Düring.

In seiner Festrede forderte Kenan Kolat, ehem. Sprecher des Verbands für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity, eine neue Partizipations- und Teilhabekultur in Deutschland. Diese müsse, so Kolat, „über eine Ausweitung politischer und rechtlicher Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund, die Förderung von Bildungsbeteiligung, kulturelle Teilhabe sowie die Erhöhung von Beteiligung am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erzielt werden.“ Hierzu bedarf es u.a. der Erleichterung von Einbürgerungen und kommunalem Wahlrecht für alle, der Abkehr von strukturellen Diskriminierungen im Bildungssystem sowie auf dem Arbeitsmarkt.

Kolat sprach sich in seiner Rede für die Förderung eines Diversity Ansatzes als Handlungsorientierung aus, die das Ziel hat, persönliche, gesellschaftliche und institutionelle Barrieren zwischen verschiedenen Gruppen zu entdecken und abzubauen. Auf diese Weise könnte die „Etablierung einer Kultur der Wertschätzung der unterschiedlichen Identitäten und Lebensentwürfe” erreicht werden, so Kolat.

Mit dem traditionellen Labskausessen und interessanten Gesprächen wurde die Veranstaltung beendet.


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