Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 26 - 22.11.2023
DGB Jugend stellt Ausbildungsreport 2023 vor

Moderne Ausbildung braucht gute technische Ausstattung

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DGB Jugend

In Bremen fehlen Fachkräfte. Diese fallen aber nicht vom Himmel. Sie entstehen durch vollqualifzierende duale Ausbildung. Umso beunruhigender ist es, dass der diesjährige Ausbildungsreport zeigt, dass zu wenig ausgebildet wird. So kommen im Land Bremen auf 100 Bewerber*innen gerade einmal 96,2 Ausbildungsplätze. Knapp 3000 junge Menschen in Bremen befinden sich weder in Ausbildung noch im Studium, sondern in sogenannten Übergangssystemen – oftmals ein Wartesystem ohne klare Perspektiven.

Antalia Lindenberg, Jugendbildungsreferentin DGB-Jugend Bremen: „Wer heute gute Leute für seinen Betrieb finden will, muss gute und faire Arbeitsbedingungen anbieten. Dazu passt nicht, dass immer noch fast ein Drittel der Azubis regelmäßig Überstunden machen müssen. 7 Prozent der unter 18jährigen geben im Report an, Überstunden zu machen. Das ist illegal.“

Moderne Ausbildung braucht qualifizierte Lehrkräfte. Nur 4 von 10 Auszubildenden sagen, sie fühlen sich mindestens gut auf den Umgang mit digitalen Medien und Technologien vorbereitet. Nur ein Drittel bekommt die nötige technische Ausstattung vom Betrieb. „Das ist zu wenig“, so Lindenberg weiter. „Wir können nicht neues Wissen und mehr Fähigkeiten von den Jugendlichen verlangen und sie dabei nicht anleiten. Es braucht moderne Unterrichtsmethoden, in Betrieb und Berufsschule.“

Für Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB in Bremen ist klar: „Aus dem Ausbildungsunterstützungsfonds können Maßnahmen finanziert werden, die die duale Ausbildung modernisieren und mehr attraktive Plätze schaffen. Alle Betriebe profitieren von Ausbildung. Daher müssen auch alle daran beteiligt werden.“

Der Ausbildungsunterstützungsfonds wurde dieses Jahr für Bremen beschlossen und soll ab dem Ausbildungsjahr 2024/25 angewandt werden. Dabei zahlen alle Betriebe bis zu 0,3% der Bruttolohnsumme ein und bekommen bis zu 2500 Euro pro Auszubildendem*Auszubildender zurück. Der Fonds trägt dazu bei, das Ausbildungsplatzangebot auszubauen, die Qualifizierung von Ausbilder*innen und die technische Ausstattung an den Berufsschulen zu verbessern, sowie sozialpädagogische Unterstützung für junge Menschen zu bieten.

Zum Hintergrund:

Insgesamt wurden bei der Befragung aus Bremen und Niedersachen die Angaben von 1381 Auszubildenden erfasst. 95 Prozent kommen dabei aus 21 der 25 bundesweit meistfrequentierten Ausbildungsberufe des Jahres 2021 (laut Bundesinstitut für Berufsbildung). Zusätzlich wurden 51 angehenden Metallbauer*innen und 17 Maurer*innen in der Auswertung berücksichtig. Der DGB hat den Ausbildungsreport in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) erstellt. Da der Arbeits- und Ausbildungsmarkt beider Länder, unter anderem durch Pendler*innenbewegungen, stark miteinander verschränkt ist, wurde ein gemeinsamer Report erstellt.

 

Den gesamten Ausbildungsreport finden Sie hier:


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