Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 8 - 16.07.2021

Corona in Rotenburg – Hunderte Minijobber arbeitslos

DGB fordert Reform: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

Ende 2020 gab es im Landkreis Rotenburg 16.394 Minijobberinnen und Minijobber. Das sind 1.162 weniger als im Jahr davor. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Mehr als Tausend Rotenburger und vor allem Rotenburgerinnen haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als Läden, Schulen und Gaststätten geschlossen waren und viele Betriebe Kurzarbeit angemeldet haben“, sagte Annette Düring, Geschäftsführerin des DGB Bremen-Elbe-Weser.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder  Kurzarbeiter-, noch  Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, beklagte Düring.

 „Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Düring.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange  das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.

 


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