Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11 - 17.06.2021

Wohnkosten in Bremen überlasten Mieter

DGB fordert Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen

In der Stadt Bremen sind 57 Prozent der Mieterhaushalte durch ihre hohen Wohnkosten überlastet. In Bremerhaven sind es 63 Prozent, wie aus einer heute veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. Als überbelastet gilt, wer inklusive Betriebs- und Heizkosten mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgeben muss. Die Studie zeigt auch: Selbst wenn alle Mieterhaushalte auf Wohnungen mit angemessener Größe und Preis verteilt werden würden, fehlen in der Stadt Bremen 32.682 bezahlbare Wohnungen, in Bremerhaven 10.468.

„Für die Menschen im Land Bremen ist es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Vor allem Beschäftigte mit geringen und mittleren Einkommen müssen einen großen Teil ihres Einkommens an Vermieter*innen zahlen. Die Einkommen werden selbst bei guten Tarifabschlüssen zunehmend von der Miete aufgefressen. Der DGB fordert deswegen von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp. Die Menschen brauchen eine Atempause“, so Annette Düring, Vorsitzende des DGB Bremen.

Die Landesregierung in Bremen hat schon erste Schritte unternommen, um diesen Trend entgegen zu steuern. Den Ausbau und die Verlängerung der Sozialbindung sind wichtige erste Schritte. Dennoch hat sich in Bremen die Anzahl der Sozialwohnungen seit 2007 fast halbiert. Das Maßnahmenpaket vom Land Bremen kann diesen Trend nicht umkehren, sondern nur den Bestand auf ungefähr 8.000 Sozialwohnungen halten. Der DGB in Bremen fordert daher die weitere Stärkung von nicht-gewinnorientierten Genossenschaften und kommunalen Wohnbaugesellschaften. „Das Land Bremen muss selber für die Sicherung des Menschenrechtes auf Wohnen zuständig sein und darf dessen Erfüllung nicht den Profitinteressen des freien Marktes überlassen.“, so Düring weiter.

Das Team um den Berliner Stadtsoziologen Andrej Holm hat in seiner Studie die Daten des Mikrozensus von 2018 ausgewertet und die Wohnsituation in den 77 Großstädten Deutschlands analysiert. Die Mietbelastungsquote errechnet sich aus dem Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, das für die Miete einschließlich der Betriebs- und Heizkosten aufgewendet werden muss.


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