Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 7 - 16.07.2021

Corona in Verden – Hunderte Minijobber arbeitslos

DGB fordert Reform: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

Ende 2020 gab es im Landkreis Verden 11.339 Minijobberinnen und Minijobber. Das sind 814  weniger als im Jahr davor. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe und der Metall- und Elektroindustrie war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Hunderte Verdener und vor allem Verdenerinnen haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als viele Betriebe Kurzarbeit angemeldet haben“, sagte Boris Krahn, DGB-Vorsitzender Kreisverband Verden.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder  Kurzarbeiter-, noch  Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“,  beklagte Krahn.

 „Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Krahn.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange  das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.


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