Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19 - 29.07.2022

Wir gestalten unseren Zwei-Städte-Staat!

DGB Bremen legt Forderungen zur Bürgerschaftswahl 2023 vor.

Bremen steckt in einem Umbruch: Wir befinden uns mitten in der Mobilitäts-, Energie- und Technologiewende. Damit sind wir nicht allein - alle Wirtschaftsregionen stehen vor dieser Herausforderung. Welche Regionen gestärkt hervorgehen, wird davon abhängen, wer es schafft das Problem des Fachkräftemangels zu lösen. Unsere Antwort darauf ist eine langfristige.

Ernesto Harder, Vorsitzender des DGB in Bremen, sagt: „Wir sehen nicht Arbeitszeitverlängerung und die Abschwächung von arbeitsrechtlichen Standards als die Lösung, sondern Gute Arbeit, Tarifbindung, Mitbestimmung und die Stärkung von Arbeitnehmer*innenrechten. Denn so entstehen Arbeitsplätze, die den Menschen gerecht werden und sie nicht verbrennen. Als Gewerkschaften agieren wir sowohl in den Betrieben als auch außerhalb und übernehmen in der Gesellschaft Verantwortung für die Gestaltung dieses Wandels.“

Der DGB Bremen fordert daher von allen Parteien unter anderem diese Punkte in den Fokus zu stellen.

Das vollständige Papier findet sich unten beigefügt.

Niemandem darf der Gashahn zugedreht werden! Die stark steigenden Preise für Energie führen bis in den Mittelstand hinein zu finanziellen Engpässen. Auf Bundesebene fordert der DGB einen Energiepreisdeckel mit einer Grundsicherung an Erdgas, die einerseits Sicherheit insbesondere für Privatkunden in den kalten Monaten garantiert und andererseits dazu anregt, Energie zu sparen. Bis so eine Regelung trägt, fordern wir für Bremen eine Lösung, die dazu führt, dass niemandem der Gaszugang gesperrt werden kann. Die SWB haben seit Jahren bereits einen Runden Tisch mit dem Verbraucherschutz und anderen, der in Einzelfällen soziale Härten verhindert. Dies muss mit Unterstützung der Politik ausgebaut werden: die bestehende Idee des Runden Tisches muss ausgeweitet werden unter der Beteiligung der Politik und öffentlicher Mittel.

Fachkräftebedarfe und Veränderungen strukturell begleiten: Unser Ziel als Gewerkschaften in der Transformation ist, dass Beschäftigung erhalten bleibt, auch wenn Tätigkeiten wegfallen. Das bedeutet, dass Beschäftigte, wenn ihre Tätigkeit wegfällt, gleichwertigen Ersatz bekommen sollen. Bei diesen Umstiegen brauchen sie die Gewissheit, dass sie nicht arbeitslos werden oder in schlecht bezahlte, prekäre Arbeit abrutschen. Daher soll, wie schon von der Klima-Enquete Kommission vorgeschlagen wurde, eine Transitionsgesellschaft gegründet werden, die Beschäftigte in der Phase des Übergangs berät, begleitet und unterstützt. Auch Unternehmen, die Fachkräfte und neue Qualifikationen suchen, sollen durch die Transitionsgesellschaft ein zusätzliches Angebot erhalten.

Ausbildungsfonds umsetzen: Wir gehen davon aus, dass noch in dieser Legislatur eine entsprechende Gesetzesinitiative beschlossen wird. Der Fonds, in den alle Betriebe einzahlen, dient der Unterstützung und der Qualität der Ausbildung und damit allen Betrieben: einerseits müssen mehr Jugendliche ausgebildet werden, auch die, die bisher als nicht ausbildungsfähig „links liegen gelassen“ werden. Andererseits muss die Duale Ausbildung zukunftssicher weiterentwickelt werden, damit Fähigkeiten vermittelt werden, die heute und morgen gebraucht werden. Die Wirtschaftsregion, die es schafft, mit der dualen Ausbildung Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden, wird erfolgreich die Transformation gestalten. Daher fordern wir die Arbeitgeber*innenverbände auf, mit uns in den Austausch zu gehen, um die genaue Ausgestaltung und die Aufgaben des Ausbildungsfonds festzulegen.

Alternative Arbeitszeitmodelle ausprobieren – 4-Tagewoche in der GeNO: In vielen Branchen führen Arbeitsverdichtung und Anforderungen zu überhöhten Arbeitsbelastungen insbesondere in Vollzeit. Dies führt oft zu einem frühen Austreten aus dem Job, was wiederum für die Verbleibenden zusätzlich Verdichtung und Stress verursacht. Ein Teufelskreis im Fachkräftemangel entsteht. Dies ist in mehreren Branchen zu beobachten zum Beispiel im Gesundheits- und Pflegebereich. Wir schlagen für die Geno einen Modellversuch vor, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen: die Einführung einer 4-Tage-Woche in ausgesuchten Bereichen. Uns ist bewusst, dass damit kurzfristig die Gefahr der Verdichtung zunimmt. Mittelfristig ist allerdings zu erwarten, dass die zusätzliche Entlastung und bei vollem Lohnausgleich auch die zusätzliche finanzielle Attraktivität zu mehr Personal führen wird.

Bestehende weibliche Fachkräftepotenziale nutzen: Gerade Frauen mit Betreuungspflichten arbeiten häufig in Teilzeit, obwohl sie auch in Vollzeit arbeiten könnten. Eine gesicherte Kinderbetreuung während Arbeits- aber auch Weiterbildungszeiten für Frauen bildet eine wichtige Grundlage, Vollzeitbeschäftigung in allen Branchen ergreifen zu können. Dafür fordern wir eine 24/7 Kinderbetreuung. Randzeiten müssen zwingend mit abgedeckt werden, damit alle Branchen davon profitieren. Natürlich müssen diese Plätze mit gut ausgebildetem Personal ausgestattet sein.

Kontakt:

Miriam Bömer
Gewerkschaftssekretärin
miriam.boemer@dgb.de
Telefon: 0421/33 576-20
Mobil: 0170/78 630 98

 


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