Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12 - 30.04.2020

PM: Kurzarbeit wirkt – Investitionsprogramm auf den Weg bringen!

Der Corona-Ausnahmezustand setzt den Arbeitsmarkt massiv unter Druck: Wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitgeteilt hat, haben seit dem März fast 5.900 Betriebe im Land Bremen Kurzarbeit angezeigt. Dahinter stehen bis zu 125.000 Beschäftigte, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind. Diese schlechte Nachricht hat aber auch eine gute Seite – Kurzarbeit wirkt.

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bremen, Annette Düring, dazu: „Kurzarbeit verhindert einen Dammbruch auf dem Arbeitsmarkt, hält Menschen in Beschäftigung und schafft die Basis für eine rasche Wiederaufnahme der Produktion, sobald wieder Aufträge da sind. Andernfalls würden die Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Deshalb muss die Kurzarbeit als das entscheidende Instrument zur Verhinderung von Massenarbeitslosigkeit ausgebaut werden. Die vom Bundeskabinett beschlossenen Verbesserungen bei der Höhe des Kurzarbeitergeldes nach vier und sieben Monaten sind im Grundsatz richtig. Um soziale Schieflagen zu vermeiden, muss jedoch eine frühzeitigere Aufstockung durchgesetzt werden. Eins ist klar: Je geringer der Lohnausfall, desto stärker tragen privater Konsum und die Binnennachfrage zur wirtschaftlichen und sozialen Stabilität bei.“

Es gibt aber auch einen saisonuntypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Diese hat im Vergleich zum Vorjahr um 13,9 Prozent zugenommen, das sind 3.832 Arbeitslose im Land Bremen mehr. Betroffen sind derzeit vor allem Menschen in Minijobs, Leiharbeit, Befristungen oder Soloselbstständige. Annette Düring betont: „Es ist gut, dass die Forderung der Gewerkschaften erfüllt wurde, für die Zeit der Krise das Arbeitslosengeld zu verlängern.“ Jetzt müsse alles dafür getan werden, um zu verhindern, dass sich Arbeitslosigkeit verfestigt oder weiter ansteigt: „Was das Land Bremen dringender denn je braucht, ist ein ambitioniertes sowie intelligentes Konjunktur- und Investitionsprogramm. Damit lässt sich zum einen schnell der Wirtschaftseinbruch und die entstandene Arbeitslosigkeit überwinden und zum anderen leisten Investitionen in CO²-neutrale Technologien oder in moderne Infrastruktur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt. So können Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern die Produktion wieder hochfahren und Kurzarbeit zurückfahren. Von nichts kommt nichts: Dafür müssen Bund und Land jetzt ein Investitionsprogramm vorbereiten, das für eine moderne Infrastruktur, mehr bezahlbaren Wohnraum und ein leistungsfähiges Bildungs- und Sozialsystem sorgt. Die Gewerkschaften sollten in diese Konzeption zentral eingebunden werden. Das ist der beste Weg zu nachhaltigem Wachstum, hoher Beschäftigung und guter Arbeit für alle.“

 

Pressekontakt: Dennis Zagermann, 0170 786 3098

 


Nach oben

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Unsere aktuellen Pressemitteilungen