Deutscher Gewerkschaftsbund

21.10.2021
#schlaglicht 10/2021

Das Mittel gegen Fachkräftemangel: Ausbilden jetzt!

Eine Ausbildung ist die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Doch für junge Menschen hat die Lage auf dem Arbeitsmarkt zuletzt viel Frust gebracht. Verglichen zum Jahr 2019 wurden dieses Jahr 7,6 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Immerhin gab es eine leichte Erhöhung der gemeldeten Stellen im Vergleich zum letzten Coronajahr 2020. Trotzdem bleiben viele Bewerber*innen auch dieses Jahr unversorgt. Im Land Bremen sind mindestens 1.330 Bewerber*innen dieses Jahr ohne Ausbildungsplatz geblieben.

Dabei ist auch für Unternehmen die Investition in Fachkräfte sinnvoll. Gerade in der Gastrobranche  zeigt sich jetzt, dass der Personalmangel nicht nur mit Minijobber*innen gedeckt werden kann. Nach der Krise konnten viele nicht mit alter Kraft neustarten, da das Personal jetzt in anderen Branchen arbeitet. Gegen Personalmangel kann am besten mit einer gute Ausbildung im eigenen Unternehmen gegen gesteuert werden. Das trägt nach der Krise zu einem nachhaltigen Aufschwung bei. Verpassen die Unternehmen die Chance, werden sie das langfristig zu spüren bekommen. Wer nach Fachkräften schreit, muss Fachkräfte ausbilden!

Auch für die Politik ist der Handlungsdruck groß. Immerhin ist die Erwerbslosigkeit ein Hauptgrund dafür, dass Bremen die höchste Armutsquote unter allen Ländern hat. Die Koalition hat sich dem Thema in ihrem Koalitionsvertrag gewidmet sowie mit „Ausbildung: innovativ“ erste Schritte ergriffen, wie die Ausbildungsplätze im Land Bremen erhöht werden können. Ein erster Erfolg ist die Schaffung der Verbundausbildung, die für viele junge Menschen ein Schritt in den Arbeitsmarkt ist. Doch trotzdem muss unser Ziel bleiben, die Anzahl betrieblicher Ausbildungsplätze zu erhöhen. Das ist auch dieses Jahr nicht im ausreichenden Maß passiert. Für den DGB in Bremen ist klar, dass Unternehmen sich an der Ausbildung beteligen müssen. So setzen wir uns schon lange für einen Ausbildungsfonds ein. Ein rechtliches Gutachten zeigt die generelle Möglichkeit für einen solchen Fonds. Trotzdem stockt die Umsetzung weiterhin. Unternehmen müssen an den Kosten für Ausbildung stärker beteligt werden, denn schließlich profitieren sie von den ausgebildeten Fachkräften.

Ein Fonds würde die betrieblichen Investitionen in Ausbildung im demografischen und strukturellen Wandel solidarisch auf alle Unternehmen umlegen und damit Anreize zur Schaffung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze setzen. Die Ausbildungsgarantie, zusätzliche Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst und weitere überbetriebliche Maßnahmen werden auch weiterhin benötigt. Der geplante Ausbau außerbetrieblicher Ausbildungsplätze in den Ausbildungsverbünden des Landes begrüßen wir als Zwischenlösung nachdrücklich, um die Folgen der Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt kurzfristig zu mildern. Fachkräftesicherung sollte aber grundsätzlich betrieblich finanziert werden. Die Verantwortung für gut ausgebildete Fachkräfte muss von den Unternehmen ernst genommen werden.


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