Deutscher Gewerkschaftsbund

01.07.2020

Berufliche Bildung stärken - auch in Krisenzeiten

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben sind tiefgreifend. Damit insbesondere jungen Menschen auch unter diesen erschwerten Bedingungen ein guter Start ins Berufsleben gelingt, haben die Partner am Ausbildungsmarkt im Land Bremen verabredet, ihre Kräfte noch intensiver zu bündeln. Ziel ist die Zahl der Ausbildungsplätze zu stabilisieren, gefährdete Ausbildungen zu stützen und den Abschluss von neuen Ausbildungsverträgen zu fördern, so die Vertreterinnen und Vertreter des Landes Bremen, der Bundesagentur für Arbeit, des DGB und der Unternehmerverbände. Die Partner begrüßen in dem Zusammenhang auch das geplante Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa: „Ausbildung ist eine zentrale Herausforderung in den nächsten Jahren und durch Corona ist die Situation nicht einfacher geworden. Es ist wichtig, dass wir bei diesem Thema an einem Strang ziehen und deshalb begrüße ich die gemeinsamen Aktivitäten im Land und natürlich das Bundesprogramm sehr. Eine gute Ausbildung ist der Start in ein gutes Berufsleben. Auf der anderen Seite sind Auszubildende die Zukunft der Betriebe und Unternehmen. Es muss alles dafür getan werden, Ausbildung auch in der Krise sicherzustellen.“

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: „Durch die Pandemie ist die Ausbildungssuche im Frühjahr für einige in den Hintergrund getreten. Nun ist der Nachholbedarf auch in Bremen riesig. Unternehmen, die heute in Ausbildung investieren, müssen morgen keine Fachkräfte suchen. Und die jungen Menschen, die sich heute noch einen Ausbildungsplatz sichern, starten morgen schneller in eine erfolgreiche berufliche Karriere. Wir helfen dabei: Die Agentur und die Jobcenter im Land Bremen unterstützen Betriebe und Bewerberinnen und Bewerber dabei, zusammenzufinden.“

Cornelius Neumann-Redlin, Unternehmensverbände im Lande Bremen: „Bei Unternehmen wie bei Auszubildenden ist die Verunsicherung angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen im Zuge der Corona-Krise groß. Umso notwendiger ist es, gerade jetzt deutlich zu machen, dass die Auszubildenden von heute die dringend benötigten Fachkräfte von morgen sind. Sie bringen neue Perspektiven und frischen Wind in die Betriebe. Zugleich bieten sich für junge Menschen mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung weiterhin sehr gute Berufsperspektiven. Daran hat sich durch Corona nichts geändert!“

Annette Düring, Regionsgeschäftsführerin DGB: „Die Lage am Ausbildungsmarkt macht uns große Sorgen. Wenn wir keine Kehrtwende hinbekommen, drohen viele junge Menschen ohne Ausbildung in das Berufsleben zu starten. Dies gilt es zu verhindern. Es ist gut, die Kräfte für die Stabilisierung und den Ausbau der beruflichen Ausbildung zu sichern, damit junge Menschen eine Perspektive bekommen. Wir können uns keinen erneuten Rückgang der Ausbildungszahlen leisten!“

 

Die gemeinsame Erklärung nachstehend als PDF-Datei


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