Deutscher Gewerkschaftsbund

11.12.2018
DGB stellt Ausbildungsreport 2018 vor

Ausbildungsreport 2018

Druck, Überstunden und ständige Erreichbarkeit sind für viele Azubis Alltag

Ein Drittel der Auszubildenden in Bremen muss regelmäßig Überstunden machen, durchschnittlich knapp vier Stunden pro Woche. Viele bekommen dafür weder Freizeitausgleich noch Bezahlung. Mehr als ein Drittel der Azubis wissen nicht, ob sie im Anschluss an ihre Ausbildung eine Perspektive im Betrieb haben. Das sind zwei der zentralen Ergebnisse des Ausbildungsreports Niedersachsen-Bremen, den die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) am Montag vorgestellt hat.

Für den Report hat die DGB-Jugend Jugendliche aus Niedersachsen und Bremen befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Ausbildung sind. Im Fokus stand in diesem Jahr die Gestaltung der Arbeitszeit. Die Bilanz: Mehr als die Hälfte muss in ihrer Freizeit für den Betrieb mobil erreichbar sein, nur wenige erhalten dafür Ausgleich. Bei vielen Auszubildenden wird die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit nicht eingehalten. Betroffen sind mit über 43 Prozent vor allem Auszubildende, die Schichtarbeit leisten.

Auszubildende im Bereich Handel sind besonders unzufrieden. Nur knapp die Hälfte will später im erlernten Beruf weiterarbeiten. Besondere Probleme bereiten den Auszubildenden die Anforderungen ihrer Arbeitgeber. Der Ausbildungsplan wird bei fast einem Viertel der Befragten nicht eingehalten.

Annette Düring, DGB-Vorsitzende: „Es gibt immer noch zu viele schwarze Schafe, die Auszubildende schlecht betreuen oder als billige Arbeitskraft ausnutzen. In einigen Branchen, etwa im Handel, wird zu wenig getan, um die Ausbildungsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Seit Jahren stellen wir große Mängel fest. Viele brechen frustriert ihre Ausbildung ab.“

Nonni Morisse, ver.di-Jugendsekretär: „Für das Land Bremen ist der Handel eine bedeutende Branche. In Bezug auf die Qualität der Ausbildung zeigt der Ausbildungsreport jedoch ganz klar, dass ausgerechnet der Handel im Vergleich zu anderen Branchen deutlich schlechter abschneidet. Die Arbeitgeber müssen hier dringend investieren, sonst laufen ihnen die Leute weg.“

Hannes Scherf, DGB -Jugendbildungsreferent: „Unsere Auswertung zeigt, dass viele Auszubildende unter Flexibilisierungsdruck, Überstunden und ständiger Erreichbarkeit leiden. Leider müssen wir seit Jahren feststellen, dass es Verstöße von Seiten der Arbeitgeber gegen Vorschriften und Gesetze gibt. Es kann nicht sein, dass Azubis die Quittung für eine schlechte Organisation ihres Betriebs bekommen.“

Entsprechend fordert der DGB eine Qualitätsoffensive der Betriebe. Auch die Landesregierung muss handeln, an den Berufsschulen für mehr Personal sorgen und sich auf Bundesebene für ein modernes Berufsbildungsgesetz einsetzen, das die Rechte der Auszubildenden stärkt.




 

 


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